| 02.02.2010 Übung: San.-Ausbildung |
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| Geschrieben von: Mathias Wilk | |||||||||
| Dienstag, den 02. Februar 2010 um 00:00 Uhr | |||||||||
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Stationsausbildung San., Themen 1. Verletzung Wirbelsäule (Schwerpunkt Halswirbelsäule) 2. Vitalfunktionen, Lagerung 3. Notfallrucksäcke Entscheidend für das Überleben und eine erfolgreiche Wiederherstellung des Verletzten ist der Faktor Z E I T !! Je länger der Zeitraum zwischen Eintritt der Verletzung und des Behandlungsbeginns in der Klinik, desto schlechter ist das Ergebnis !! Durchschnittlich vergehen 83 Minuten vom Verletzungseintritt bis zum Behandlungsbeginn. Der Faktor Zeit ist entscheidend für alle Verletzungsmuster, nicht nur für schwere oder schwerste Verletzungen. Daher ist ein gutes Schnittstellenmanagement, ein "Vermittler" zwischen Rettungsdienst/Notarzt und GF Feuerwehr, angezeigt. Jährlich sind etwa 1.000 Menschen von einer Querschnittslähmung neu betroffen ! 80 % davon sind Männer. Die häufigste Ursache (ca. 70 %) sind Unfälle mit Brüchen der Wirbelsäule, insbesondere Halswirbelsäule. Die Diagnose einer Wirbelsäulenverletzung am Unfallort ist schwierig. Ca. 90 % !! der in der Klinik festgestellten Wirbelsäulenbrüche sind notärztlich nicht erkannt worden. Weiter sagt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), dass bis zu 25 % der Querschnittlähmungen (250 Menschen !) erst durch ungeeignete Versorgung am Unfallort oder auf dem Transport entstehen !! Daraus ergibt sich die hohe Verantwortung unseres Handelns. 1. Anatomie: HWS (Halswirbelsäule) = 7 Wirbelkörper, BWS (Brustwirbelsäule) = 12 Wirbelkörper, LWS (Lendenwirbelsäule) = 5 Wirbelkörper. Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben. "Gehalten" werden die Wirbel durch einen Band- und Muskelapparat. In der Mitte der Wirbelsäule verläuft das Rückenmark mit vielen Nerven und Blutgefäßen. In der oberen Halswirbelsäule verlaufen zusätzlich zwei große Arterien , die das Hirn versorgen. Verletzungsursachen: Durch hohe physikalische Kräfte bei einem Unfall,wirken bereits bei einem Geschwindigkeitsunterschied von 30 Km/h, extreme Scherkräfte auf die HWS ein. Der Kopf wird in kurzer Abfolge in alle möglichen Richtungen geschleudert. Dies führt in der ganzen Wirbelsäule zu übergroßen Streck-, Beuge- und Drehbewegungen, wodurch die Wirbelkörper gegeneinander verschoben werden. Hierbei kommt es zu Nerven- und Gefäßverletzungen im Rückenmark und zu Wirbelkörperbrüchen. Ein Wirbelkörperbruch alleine stellt noch keine Gefahr dar ! Erst wenn er durch das Unfallgeschehen oder falscher Bewegung durch die Rettungskräfte abkippt, schädigt er das Rückenmark. Mögliche Symptome bei HWS-Verletzung: Schwindel, Benommenheit, Brennende oder stechende Schmerzen im Hinterkopfbereich, Hör- und Sehstörungen, Einschränkungen des Gesichtsfeldes, Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeitsstörungen, Schmerzen und/oder Missempfindungen in Gesicht und Armen, Muskelfunktionsstörungen, Krämpfe. KEINE SYMPTOME SCHLIESSEN EINE WIRBELSÄULENVERLETZUNG NICHT AUS ! BEI ENTSPRECHENDEM UNFALLHERGANG, JEDEN VERLETZTEN WIE EINEN WIRBELSÄULENVERLETZTEN BEHANDELN !! Rettung und Lagerung: Besteht aufgrund von Unfallhergang oder neurologischen Störungen der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung, so müssen beim Retten und Umlagern des Verletzten Bewegungen der Wirbelsäule vermieden werden. Der Verletzte sollte unter kontinuierlichem Längszug in der Körperachse gehalten und von mehreren Helfern angehoben werden, wobei eine Verdrehung und Vorbeugung (Ventralflexion) zu vermeiden sind. Die Halswirbelsäule wird durch eine feste Krawatte (Stifneck) geschient. Zur Lagerung auf eine Vakuummatratze kann der Schaufel- oder Brückengriff zur Anwendung kommen, wozu vier bis fünf Helfer notwendig sind. Transport: Für den Transport von Patienten sollte ausschließlich die Vakuummatratze zur Anwendung kommen. Der so gelagerte Patient wird mit der Schaufeltrage angehoben und transportiert; Verboten ist das Anheben eines Patienten in einer Vakuummatratze ohne darunter befindliche Trage !! Definition Querschnittlähmung: Auf jeder Seite eines jeden Wirbelkörpers treten Nerven aus, welche bestimmte Areale des Körpers versorgen. Tritt also eine Rückenmarksverletzung an einer Wirbelkörperhöhe auf, so fallen Nerven und Muskeln in dieser und aller darunter liegenden Höhen aus. Beispiel: liegt eine Rückenmarksschädigung im Bereich des 5. Halswirbelkörpers vor, so kann ab den Armen nach unten nichts mehr bewegt und gespürt werden. Auch die Blasen- und Darmregulation funktioniert nicht mehr. Ab einer Verletzung des 4. Halswirbelkörpers aufwärts ist außerdem eine eigenständige Atmung nicht mehr möglich. Diese Verletzten müssen zur Lebenserhaltung unverzüglich und dauerhaft beatmet werden. Fazit: Eine Rückenmarksverletzung hat für den Betroffenen extreme Auswirkungen auf seine weitere Lebensqualität. Hat nicht schon der Unfall durch seine verursachten Verletzungen entschieden, so entscheiden wir durch unser Handeln über das weitere Leben des Verletzten, schlimmstenfalls auch über seinen Tod. Manche Rückenmarksverletzungen lassen sich durch Stabilisierungs- oder Entlastungsoperationen teilweise oder ganz heilen. Hier ist auch wieder die Zeit wichtig. Je länger eine Rückenmarksschädigung andauert, desto geringer die Heilungschance ! Wir können "nur": Durch gutes Wissen, zügig und umsichtig handeln = Dann haben wir viel für den Verletzten getan. Praktische Übungen: Anheben und Umlagern mit Schaufel- und Brückengriff. Anlegen des Stifneck. Hilfsmittel zur Erklärung: Wirbelsäulenmodell Quelle Zahlenangaben: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) 2. Vitalfunktionen und Lagerung: Normale Atemfrequenz bei ca. 15 Atemzüge p. Minute. Normale Pulsfrequenz bei 60 - 80 Schlägen p. Minute. Deutliche Abweichungen nach unten oder oben sind behandlungsbedürftig. Z. B. durch richtige Lagerung, halbsitzend oder Schocklagerung. Praktische Übungen: Insbesondere wurde die stabile Seitenlage geübt. Geübt wurden beide Versionen, die "neue stabile Seitenlage" und die "alte stabile Seitenlage". Keine der Beiden Möglichkeiten ist falsch. 3. Notfallrucksäcke: Verlastung: 1 x GW L2, 1 x LF 16. Der Inhalt unserer Notfallrucksäcke wurde den Übungsteilnehmern gezeigt, erklärt und ggfs. das Handling näher gebracht. Z. B. unterschiedliche Verbandsmaterialien (Mull, elastisch, steril, unsteril usw.) Stifneck, Absaugpumpe, Blutdruckmessgerät, Ambubeutel, Infusionen, div. Schienen usw.
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 25. Juli 2010 um 08:56 Uhr |


